Brauchtum bei der Jagd


Das Weidwerk soll kein Leidwerk sein. Der Umwelt, Kreatur und dem Kameraden sollen wir stehts den vollsten Respekt zollern. Zur Jagd braucht es eine Passion, eine Berufung und Leidenschaft, die ein hohes Maß an Fachwissen, Disziplin und handwerklichem Geschick erfordert. Obschon sich die Zeiten, Menschen und Ansichten im Laufe der Zeit geändert haben, wurden gewisse Konstante aufrecht erhalten. Jägersprache, Bruchzeichen, Jagdsignale sowie die Sage um den heiligen Hubertus und Diana sind immer noch in aller Munde und gehören zum jagdlichen Brauchtum, einer nicht wegzudenkenden Materie auf der Jagd. Schon ab dem zwölften Jahrhundert entwickelte sich die Jägersprache als eine eigenständige, teils aus fraglichen Begriffen bestehende Ausdrucksweise, die aber bis heute inne hielt. Es gibt tausende Formulierungen, Wörter und Vokabeln die den Jagdbezug, jagdlichen Vorgängen zu Lebenszeichen und Körperteilen und zu den Aufenthaltsorten des Wildes, der Jagdhunde und der Beizvögel benennen.

 

Das jagdliche Brauchtum ist nicht wegzudenken und wird immer dem Weidwerk behaften sein.

 

Da uns dies als elementarer Bestandteil der Jagd erscheint, wollen wir regelmässig über Sitten und Gebräuche schreiben. In unserer Trilogie wollen wir mit der Sage und Aberglauben über den heiligen Hubertus beginnen… Der Schutzpatron der Weidmänner ist der Heilige Hubertus. Der 3. November wird ihm als Hubertustag gewidmet. Hubertus von Lüttich, wie sein richtiger Name war, wurde um die Jahre 655 nach Christus geboren. Während seines Lebens betätigte er sich als Glaubensbote in den Ardennen. Er trat im Jahre 709 sein Amt als Nachfolger des ermordeten Bischofs Lambertus von Maastricht - Tongern an, in welchem er die Mission förderte und die kirchlichen Strukturen festigte. Über die Herkunft von Hubertus wurde wenig festgehalten. Den meisten Berichten nach stand er aber vermutlich in enger verwandtschaftlicher Beziehung zu den Karolingern. Nach seinem Tode am 30. Mai 727 begrub man ihn in der St.-Petrus-Kirche zu Lüttich. Am 3. November 743 erhob man den Leichnam und setzte ihn vor dem Hauptaltar erneut bei. Nach damaliger Auffassung war damit die Heiligsprechung vollzogen. 822 erbat das Ardennenkloster Andain / Andage die Gebeine des Bischofs, um ihr geistiges Prestige zu heben und Einkünfte aus Wallfahrten und Zuwendungen zu ermöglichen. Im September 825 wurden sie überführt. Bald danach trug das Kloster den Namen Sankt Hubert. Im Verlaufe der folgenden Jahrhunderte mussten die Reliquien oftmals vor Feuer und plünderndem Kriegsvolk in Sicherheit gebracht werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass seit dem 17. Jahrhundert die Reliquien nicht mehr aufzufinden sind. In der ersten Lebensbeschreibung wird Hubertus weder als jagdpassionierter Edelmann noch in Verbindung mit der allen bekannten Erscheinung des Hirsches mit dem Kreuz des Herrn zwischen den Geweihstangen erwähnt. Die darin enthaltenen Legenden sind eher banale Wunderberichte.

 

Mit der Geschichte des Klosters eng verbunden ist die Entwicklung des kirchlichen Kultes um den heiligen Hubertus.

 

Schon im zehnten Jahrhundert finden sich Spuren einer Verehrung in einem Kalender der Diözese Trier. Frühestens nach 850, spätestens Ende des 11. Jh. sind im Kloster "Einschneidungen" zur Tollwutheilung gebräuchlich - Schnitt in die Stirn mit Einlegung eines Fadens der Stola des heiligen Hubertus. Zwei Quellen aus dem neunten oder zehnten Jahrhundert lassen auf seine Verehrung als Jagdheiliger schließen. Trotz unverkennbar früher Ansätze der Wertschätzung beschränkt sich seine Kult zunächst auf Lothringen und die angrenzenden Regionen. Im 14. Jahrhundert finden sich im Rheinland, insbesondere in der alten kölnischen Kirchenprovinz, Zeichen einer Verehrung des heiligen Hubertus. Bereits 1341 besaß der Dom zu Köln einen Hubertusaltar, den Markgraf Wilhelm von Jülich gestiftet hatte. In der vierten Lebensbeschreibung aus dem 15. Jahrhundert erhält seine Legende ihre stärkste Bereicherung. Zum ersten Male wird die Bekehrung des Hubertus durchden kreuztragenden Hirsch erwähnt. Mit der Übertragung des Kreuzhirschmotivs von Eustachius auf Hubertus war ein bedeutender Schritt auf dem Wege zur Akzeptanz des Hubertus als Jagdheiligen getan und seine Popularität erhöht.In der Kunst wird er entweder als Jäger im Zusammenhang mit der Vision dargestellt oder als Bischof mit den Attributen Hirsch, Horn, Stola oder Schlüssel. In anderen Teilen Europas finden sich weiterhin Darstellungen der Hirschvision in Verbindung mit dem heiligen Eustachius. Am Hubertustag des Jahres 1444 siegte Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg in der Schlacht bei Linnich am Niederrhein über den Herzog von Geldern.

 

Danach stiftete Gerhard II. einen ritterlichen "Orden des Heiligen Hubertus", der nach derForm der Kette und des anhängenden Kleinods (darauf die Bekehrungsszene mit dem kreuztragenden Hirsch) auch "Orden vom Horn" genannt wurde.

 

Er war kein Jagdorden, sondern ein Hausorden, der staatspolitischen Zielen diente, gleichwohl Gerhard II. ein leidenschaftlicher Jäger war. Für seine Untertanen galt zu dieser Zeit die Anordnung, den Hubertustag alljährlich wie einen Sonntag zu feiern - eine weitere Belebung der Hubertusverehrung in den rheinischen Gebieten. Bereits am 31.05.1416 hatte Louis I., souveräner Herzog von Bar, für Mitglieder der alten Ritterschaft oder hohes Verdienst in Wohltätigkeit und Betätigung sozialer Tugenden den Orden des heiligen Hubertus gegründet. Wie der Jülicher war der Bar-Lothringer kein Jagdorden, auch wenn auf der Vorderseite des Kleinods der Kette die Umschrift "Ordo nobilis Sancti Huberti institutus anno 1416" und auf der Rückseite des Sterns die Inschrift "Virtus et Honos" mit der Bekehrung des hl. Hubertus zu sehen war. In der Vita des heiligen Lambertus, zwischen 1143 und 1147 geschrieben, findet sich die Behauptung, Hubertus wäre in Aquitanien geboren und ein Pfalzgraf des Königs Theodoricus gewesen. Seitdem berichten alle Biographen, dass er der Sohn eines Herzogs von Aquitanien gewesen sei. Dies war Anlass dafür, dass das französische Königshaus ihn in die Reihe der eigenen Vorfahren aufnahm. König Karl VIII. von Frankreich (1483-1498) aus dem Hause Valois war ein besonderer Liebhaber der Jagd. Offenbar war er derjenige, der Hubertus zum Schutzpatron erkor. Die Darstellung des Heiligen mit dem Hirsch findet sich auf dem Türsturz der von ihm gestifteten St.-Blasius-Kapelle (1496 fertiggestellt) im Kastell Amboise an der Loire. Perspektive und Details der Steinmetzenarbeit lassen sie Künstlern des Nordens (Flandern und Ardennen) zuordnen. Um die Wende zum 17. Jahrhundert führten auch deutsche Fürsten an ihren Höfen die Parforcejagd nach französischem Vorbild ein. Dies führte in Deutschland, zunächst bei den Jägern zu Pferde, zu einer weiteren Ausbreitung der Hubertusverehrung. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Hubertus hier bei den Jägern mit Büchse und Flinte zur jagdlichen Leitfigur.

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